Flexible Grundschule und Lerngespräche

Seit 2012 sind wir Flexible Grundschule und verfolgen damit ein pädagogisches Konzept, das es in Bayern seit 2010 gibt. Bis zum Schuljahr 2018/19 wurde es auf 269 Schulen ausgeweitet.

Flexible Eingangsstufe

In der flexiblen Eingangsstufe werden die Jahrgangsstufen 1 und 2 zusammengefasst und jahrgangsübergreifend unterrichtet. Ausgehend von den individuellen Kenntnissen der einzelnen Schülerinnen und Schüler steht ein pädagogisches Konzept im Mittelpunkt, das auf Differenzierung und Individualisierung ausgerichtet ist. Mit offenen Unterrichtsformen, guten Aufgaben, die allen Kindern ein Arbeiten auf verschiedenen Niveaustufen ermöglichen, und einer Unterrichtsmethodik, die das individuelle Lerntempo berücksichtigt, wird der Heterogenität Rechnung getragen.

Flexible Verweildauer

Durch die Möglichkeit einer ein-,  zwei- oder dreijährigen Verweildauer in der Eingangsstufe wird sichergestellt, dass alle Schüler über die für den Übergang in Jahrgangsstufe 3 erforderlichen Kompetenzen verfügen. Je nach Verweildauer in der Eingangsstufe besuchen die Kinder die Flexible Grundschule demnach zwischen 3 und 5 Jahren. Weitere Informationen zur Flexiblen Grundschule finden Sie beim Bildungspakt Bayern.

Lerngespräche

Ursprünglich war das dokumentierte Lernentwicklungsgespräch fester Bestandteil der Flexiblen Grundschule. Aufgrund der sehr positiven Erfahrungen damit, haben seit dem Schuljahr 2014/15 alle Grundschulen in Bayern die Möglichkeit, das Zwischenzeugnis in den Jahrgangsstufen 1 bis 3 durch ein Lerngespräch zu ersetzen.

Vor dem Gespräch

Die Kinder füllen einen Selbsteinschätzungsbogen aus, den „Ich-Bogen“.  Die Eltern unterstützen ihr Kind beim Ausfüllen des Bogens, lassen es aber seine eigenen Einschätzungen eintragen. Die Lehrer füllen den Beobachtungsbogen aus, den „Du-Bogen“.

Während des Gesprächs

Kind, Lehrkraft und Eltern treffen sich zu einem gemeinsam vereinbarten Gesprächstermin.  Im Gespräch werden die persönlichen Stärken des Kindes erörtert, die Einschätzungen auf den Gesprächsbögen verglichen und gemeinsame Zielvereinbarungen formuliert.

Nach dem Gespräch

Die gemeinsam überarbeiteten Gesprächsbögen bekommen die Kinder am Zeugnistag mit nach Hause. Damit jedes Kind seine Zielvereinbarungen leichter im Blick behalten kann, bekommt es von der Lehrkraft eine sogenannte Zielrakete, ein Kärtchen mit den Vereinbarungen, das es im Mäppchen aufbewahren und immer wieder anschauen soll. Im Jahreszeugnis gibt die Lehrkraft eine Rückmeldung über die Zielerreichung.

Weiterführende Informationen zum dokumentierten Lernentwicklungsgespräch finden Sie beim Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.